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Sunday, April 17, 2011
Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem | Vortrag von Gunter Dueck auf der re:publica 201
Bekanntermaßen scheint es durchaus Sinn zu machen, sich über die Zukunft der Gesellschaft angesichts ihrer verändernden Rahmenbedingungen (Internet) Gedanken zu machen.
Gunter Dueck hat auf der re:publica 2011 vorgedacht; einige Schlaglichter:
* Was passiert jetzt mit der Welt?
* Internet macht fachliche Fähigkeiten opsolet
* Gefragt ist emotionale Intelligenz, Kreativität und "Sonntagsreden".
* Es braucht dann keine Amateurintelligenz, sondern Professoren wie Watzlawick, Einstein, Max Plank und Jaspers.
* Über Professionalitätsansprüche ...
* ... Das nächste Zeitalter geht nicht mehr um Wissen (das ist ja im Betriebbsystem), sondern darum, dass wir das wirklich können.
* Willensbildung statt Wissensbildung; - Wissen ist im Internet:
Platons Höhlengleichnis revisted: - Wer die Sonne gesehen hat, soll wieder zurück in die Höhle und den Leuten das Licht zeigen ... kein 3.0 sondern ordentliches 2.0
* Wer ist der Schöpfer des Wissens?
... eine facettenreiche Aggregation denkwürdiger Themen ...
Gesellschaftsbetriebssystem und Arbeitswelt 2.0?
Jenseits dieser kulturdiagnostischen und gesellschaftstheoretischen Erörterungen ist, auch wenn man die Abkehr vom homo oeconomicus predigt (Gunter Dueck: Abschied vom homo oeconomicus. warum wir eine neue ökonomische Vernunft brauchen LINK), die Frage zu klären, welche Auswirkungen diese konstatierten Entwicklungen auf die Arbeitswelt 2.0 haben. ...
Wenn Informationen im Netz gespeichert werden, diese den universalen Stakeholdern permanent zugänglich sind, macht es Sinn, dass die Grenzen weiter verschwinden; statische und erratische Blöcke durch agile und flexible, Grenzen überwindende, vernetzte Unternehmen 2.0 (Enterprise 2.0; technisch und organisatorisch) abgelöst werden. Dieses ermöglicht dann die Partizipation aller Stakeholder und des gemeinsamen Wissens (Internet als Unternehmensbetriebssystem, Betriebsystem aller Mitarbeiter: Ideen, Kreativität, Wissen und Prozesse).
... Ein Unternehmen, in dem auch Professionals arbeiten, die auf den Schultern der Giganten (Wissen 1.0, Umgebung 2.0) stehen ...
Sunday, August 22, 2010
Ein Kampf mit sich selbst. Kino als Affekt-Technologie des Subjekts | Josef Früchtl über Fight Club und Anderes
Hier der Vortrag von Josef Früchtl (mp3)
Vortrag gehalten im Rahmen der IKKM Lectures 2009 am 17.06.09
Antrittsvorlesung von Josef Früchtl, Capaciteitsgroep Critical Cultural Theory, Chair of Philosophy of Art and Culture
Bewegtbilder: Vertrauen in die Welt
Gedrucktes in digitalem Ausgabemedium: Google Books
Thursday, December 03, 2009
Wednesday, November 18, 2009
Tuesday, December 16, 2008
Sunday, April 01, 2007
Notifikation [Jon Sobrino] live: Theologie, Kultur, Politik
Mit Freude verweise ich auf die Ehrendoktorwürde, die Jon Sobrino von der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster gegeben worden ist. Trotz irritierender News hierzu:
Fragen nach einem römischen Ethnozentrismus, nach der Notwendigkeit von Polyzentrismus (Tracy), nach einer erfahrungsgebundenen und offenbarungstheologisch motivierten wahrheitsverpflichteten Hermeneutik des christlichen Glaubens schließen sich zwangsläufig an.
Diese Fragen habe ich hier bisher auch noch nicht klären können? Anyone else?
Selbstversändlich ist das Grundrauschen dieser Debatte diffus. So schwebt der deutschsprachige katholische Rechtsausleger mal wieder mit vermeintlichem Ekel auf die wissenschaftliche Theologie ein: "Die Ratten rotten zusammen". Nach einem müden lächeln könnte ich antworten; - Lieber eine müde Ratte als ein verklemmter Mensch, Herr [lieber Autor, wie heißen Sie eigentlich? Oder ist Ihnen Ihre geistige Diarrhoe selber peinlich [nl. schmerzhaft]?!
Vgl. hierzu auch – wie so oft – das Münsteraner Forum für Theologie und Kirche
Als Anregung für die weitere Diskussion des benannten Sachverhaltes ist ein Text von De Dijk von basaler Bedeutung:
De Dijk
Hier zu einigen älteren Videos von Edward Schillebeeckx
Fragen nach einem römischen Ethnozentrismus, nach der Notwendigkeit von Polyzentrismus (Tracy), nach einer erfahrungsgebundenen und offenbarungstheologisch motivierten wahrheitsverpflichteten Hermeneutik des christlichen Glaubens schließen sich zwangsläufig an.
Diese Fragen habe ich hier bisher auch noch nicht klären können? Anyone else?
Selbstversändlich ist das Grundrauschen dieser Debatte diffus. So schwebt der deutschsprachige katholische Rechtsausleger mal wieder mit vermeintlichem Ekel auf die wissenschaftliche Theologie ein: "Die Ratten rotten zusammen". Nach einem müden lächeln könnte ich antworten; - Lieber eine müde Ratte als ein verklemmter Mensch, Herr [lieber Autor, wie heißen Sie eigentlich? Oder ist Ihnen Ihre geistige Diarrhoe selber peinlich [nl. schmerzhaft]?!
Vgl. hierzu auch – wie so oft – das Münsteraner Forum für Theologie und Kirche
Als Anregung für die weitere Diskussion des benannten Sachverhaltes ist ein Text von De Dijk von basaler Bedeutung:
De Dijk
Gut ist anders!!!
blanke man blanke man
met zijn witte boordje aan
denkt dat hij alles kan
kijk nou toch aan
wat een beschaafde man
kent alle cijfers uit zijn kop
zijn hemd is vers
hij groet beleefd de pers
en je kan hem niets maken
maar je weet dat het niet klopt
niet dat dat hem schelen kan
want hij eet er lekker van
blanke man blanke man
met zijn witte boordje aan
denkt dat hij alles kan
hij schudt een hand
zijn foto in de krant
hij heeft het beste met ons voor zegt-ie
vijf ton per jaar
en een nevenfunctie daar
en hij maar denken
ze hebben niets door
niet dat dat hem schelen kan
want hij eet er lekker van
blanke man blanke man
met zijn witte boordje aan
denkt dat hij alles kan
obligaties swingen niet
hypotheken swingen niet
en zijn vrouw en zijn vriendin
swingen doen ze evenmin
blanke man blanke man
met zijn witte boordje aan
denkt dat hij alles kan
Hier zu einigen älteren Videos von Edward Schillebeeckx
Monday, March 19, 2007
Tuesday, February 20, 2007
Secondlife: soziokulturelle und soziotechnische Voraussetzungen vom Spiegel skizziert
Auch dieser Hype ist beim Spiegel angekommen. Auf dem Titel ist zu lesen: „Der digitale Maskenball. Zweites Leben im Internet“. Rebecca Casati, Matthias Matussek, Philipp Oehmke und Moritz von Uslar haben einen fulminanten Leitartikel geschaffen!
In den Vorberichten vor dem Erscheinen der Printausgabe ist dieser Artikel in den Notizen aus der Provinz kommentiert worden:
Wie bei diesen Redakteuren nicht anders zu erwarten (die Kulturredaktion bis hinauf zu Matussek war am Werk), spielen Wirtschaft und selbst Sex eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen wird Second Life in einen kulturhistorischen bzw. fast schon philosophischen Hintergrund gestellt. Da wird das Prinzip der Mimesis angeführt, virtuelle Welten in einen halb-religiösen Kontext gestellt, Foucault, Baudrillard Adorno und Horkheimer bemüht. :) Lesenswert!In der Tat.
Ton Zijlstra hat in seinen Artikeln schon auf den Wert und den Hype um Secondlife aufmerksam gemacht. Untere Grafik des Spiegel gibt die Entwicklung der Userzahlen wieder.
Im Vergleich hierzu ist es sicherlich lohnend, einen Blick auf eine andere 3D Welt zu werfen. Im Vergleich zu "world of warcraft" sind die Zahlen der User von Secondlife bisher (noch) sehr gering; Die Nutzergemeinde von World of Warcraft und von Counterstrike ist (noch) etwa 3 Mal so groß. Dennoch ist das Wachstum von SL signifikant.
Die hier verwendeten Technologien, die erst in den Grundzügen ausgereift ist, lässt jedoch einige fundamentale Shifts des (online)Lebens erwarten [Kollaboration, Wissensaustausch, Präsenz]. Insofern ist die Tiefenschärfe des Leitartikels auch angemessen.
Ebenso interessant ist die medientheoretische Analyse von Peter Weibel.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die Diskussion auch um virtuelle Realität in Zukunft unter besonderer Berücksichtigung von 3D Welten wie SecondLife wieder geführt werden muss.
Einige Zitate des Artikels:
Mehrere Millionen Menschen haben sich in der Internet-Plattform „Second Life“ eine neue Wirklichkeit geschaffen. Sie schlüfpen in erfundene Identitäten und leben unter ihren Masken ihre Träume aus. Jetzt mischt sich die künstliche Parallelwelt immer stärker in die Realität ein. [150]Lesens- und kaufenswert!
Das Bevölkerungswachstum im vergangenen halben Jahr: 600 Prozent. Die virtuelle Welt von „Second Life“ hat, mit 360 Quadratkilometern, mittlerweile mehr Fläche als München. [151]
Im „Second Life“, wo es im Wortsinne um „Utopia“ gehen könnte, also den legendären „Nicht-Ort“, an dem Herrschaft und Lüge aufgehoben sind, setzt sich also als Erstes das durch: die schnöde Klassengesellschaft.[151f.]
Die Schwelle zwischen Sein und Schein, zwischen Wirklichkeit und Fiktion ist praktisch eingeebnet. [152]
„Second Life“ bedeutet den Beginn einer völlig neuen Anthropologie, eines neuen Menschenbildes. Nach dem freibestimmten Individuum der Renaissance und dem Massenmenschen des Industriezeitalters betritt nun der virtuelle Prototyp die Arena: ewig jung, ewig agil, metropolitan einsam und gleichzeitig unendlich vernetzt. [152]
Die Schatten, den die Avatare des „Second Life“ werfen, ist sehr lang. Er reicht zurück zu den Sagen der Antike, etwa zu Ovids Pygmalion, der sich eine so schöne Marmorstatue schuf, dass er sich in sie verliebte. Venus, von seinen Tränen und Bitten gerührt, erweckte sie schließlich zu wirklichem Leben.[152]
Masken, auch die digitalen, funktionieren prächtig in ihrer Ambivalenz: Sie verbergen das Ich und stellen es gleichzeitig auf andere Weise aus. Die Maske steht am Beginn der Zivilisation, der Wiege des Abendlands. In ihrer „Dialektik der Aufklärung“ beschreiben die Philosophen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer im listenreichen Odysseus den ersten modernen Menschen, einen, der sich vom Naturzwang emanzipieren kann, weil er das Talent zur Vorstellung hat. Er entkommt dem Kyklopen Polyphem durch die Leugnung seiner Identität.
[Einleitung zum Bericht über ein Interview mit dem Gründer von Second Life, Philip Rosedale: „Ein Treffen mit Gott“ (157)]
Dabei würde man ihm (Philip Rosedale; Max), dem genialen Erfinder und wohl folgenreichsten Weltenerschaffer und Gemeinschaftsstifter seit Moses, Karl Marx und Thomas Jefferson, natürlich gern ganz andere, die ewigen Fragen stellen, die nicht groß genug sein können [157]
Gemessen an der realen Evolution hat es die digitale sehr eilig gehabt. Von der digitalen Ursuppe zum stolz und aufrecht gehenden „Second Life“-Avatar dauerte es gerade mal knappe 30 Jahre. Am Anfang stand Pac-Man, der gelbe Einzeller, der sich seinen Weg durch die Labyrinthe der Evolution fraß, ein kleines gelbes Monster, das nur aus Maul bestand: der Ur-Avatar. In den folgenden Jahrzehnten diversifizierte sich das Schöpfungsgeschehen im Internet enorm, und längst nicht alle Mutationen überlebten. [162]
Thursday, February 08, 2007
Friday, January 19, 2007
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